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 "Vor Gefräßigkeit auf die Schuhe kotzen" 15.07.2004 (23:09 Uhr) CrazyTwins
   Nairobi (dpa) - Die kenianische Regierung hat am Donnerstag
heftige Korruptionsvorwürfe des britischen Botschafters in Nairobi
zurückgewiesen. Außenminister Chirau Ali Mwakwere forderte die in
Kenia akkreditierten Diplomaten auf, seiner Regierung den nötigen
Respekt zu zeigen und diplomatische Gepflogenheiten zu wahren,
berichtete der landesweite Sender KBC am Donnerstag. Der britische
Botschafter Sir Edward Clay hatte der kenianischen Regierung
vorgehalten, dass die Höhe der gezahlten Bestechungsgelder derzeit
etwa acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspreche.

   Unter der seit eineinhalb Jahren amtierenden Regierung seien
mindestens 150 Millionen Euro in Form von Bestechung gezahlt worden,
sagte Clay in einer Ansprache vor britischen Geschäftsleuten, die
anschließend dem britischen Rundfunksender BBC zugespielt wurde. Für
dieses Geld hätten etwa 15 000 dringend benötigte Klassenräume gebaut
werden können. Eine Liste der noch vertrauenswürdigen
Regierungsmitglieder würde auf eine Briefmarke passen, betonte Clay.
An die Adresse der korrupten Politiker sagte er: «Sie können kaum
erwarten, dass es uns nicht stört, wenn sie vor lauter Gefräßigkeit
auf unsere Schuhe kotzen.»
 Re: "Vor Gefräßigkeit auf die Schuhe kotzen" 18.07.2004 (18:36 Uhr) CrazyTwins
  Nairobi (dpa) - Die ausufernde Korruption in Kenia bringt die
Vertreter der internationalen Geberländer zunehmend in Rage. Mit
einer ungewöhnlich drastischen Kritik schaffte es der britische
Botschafter Edward Clay nun nicht nur die Regierung in Nairobi unter
Druck zu setzen - er traf auch einen Nerv und wurde in den
kenianischen Medien als Volksheld gefeiert. An die Adresse der
«nimmersatten» korrupten Politiker gewandt hatte Clay erklärt: «Sie
können kaum erwarten, dass es uns nicht stört, wenn sie vor lauter
Gefräßigkeit auf unsere Schuhe kotzen.»

    «Edward unser Nationalheld», titelte daraufhin der «East African
Standard» am Freitag. Botschafter Edward Clay habe nur das
ausgesprochen, was die Kenianer ohnehin von ihrer Regierung dächten,
heißt es im Leitartikel. Eineinhalb Jahre nach seinem bejubelten
Amtsantritt gerät Präsident Mwai Kibaki massiv unter Druck.

    Clay entschuldigte sich später für seine Wortwahl, nicht aber für
den Inhalt. «Wir haben eine lecker aussehende Frucht geschält und
festgestellt, dass sie im Inneren verdorben ist», sagte er über das
Verhältnis der Geberländer zur kenianischen Regierung. Das britische
Außenministerium bestätigte, dass Clays Bemerkungen im Kern zuvor
abgestimmt waren. Die norwegische Entwicklungsministerin, der US-
Botschafter und die katholische Kirche in Kenia schlugen in dieselbe
Kerbe und äußerten öffentlich ihre Sorge über die anhaltende
Korruption.

    Nach Informationen des Botschafters entsprechen die in der
Amtszeit Kibakis gezahlten Bestechungsgelder etwa acht Prozent des
Bruttoinlandsprodukts. Für die verloren gegangenen 150 Millionen Euro
hätten 15 000 Klassenzimmer gebaut werden können, sagte Clay.

    Dies ist für viele Kenianer um so schockierender, als Kibaki sich
den Kampf gegen die Korruption im Wahlkampf groß auf die Fahnen
geschrieben hatte. Doch nach einigen spektakulären Aktionen wie der
Entlassung von Richtern und der Einrichtung einer
Anti-Korruptionsstelle im Präsidialbüro ist der Regierung der Eifer
abhanden gekommen. Korruptionsbekämpfer John Githongo droht seit
Monaten die - im Juni bereits «versehentlich» angekündigte -
Abschiebung ins Justizministerium. Derweil zahlt die Regierung munter
weiter für windige Geschäfte und in die eigenen Taschen.

    Der Kampf gegen Korruption ist nicht das einzige Wahlversprechen,
dass Kibaki nicht eingehalten hat. Mindestens ebenso wichtig war
vielen Kenianern die Verabschiedung einer neuen Verfassung. Durch die
Einrichtung eines Premierminister-Postens sollte die Macht des
Präsidenten beschnitten werden. Doch bisher tat sich nichts. Ende
Juni, als Kibaki erneut eine Verzögerung ankündigte, gab es erstmals
Tote bei einer Demonstration gegen die Regierung.

    Als ob die politischen Probleme nicht schon schlimm genug wären,
kommt der Regierung nun auch noch die Natur in die Quere. Wegen der
ausgebliebenen Niederschläge in der Regenzeit ist in den meisten
Landesteilen mehr als die Hälfte der Ernten zerstört. Mehr als drei
Millionen Menschen seien von Hunger bedroht. Kibaki sah sich
gezwungen, an die internationale Gemeinschaft zu appellieren. Dass er
sich in dieser Zeit den Vorwurf einer nimmersatten Regierung anhören
muss, kann seine Position nur weiter schwächen.

Dies ist ein Beitrag aus dem Forum "Kenya-Forum". Die Überschrift des Forums ist "Kenya-Forum".
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