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 Kein Geld mehr für Burundi 03.11.2003 (16:53 Uhr) CrazyTwins

    Stuttgart (ddp-bwb). Seit in dem ostafrikanischen Staat Burundi
Bürgerkrieg herrscht, sind dort die staatlichen Strukturen nahezu
zusammen gebrochen. Das Land Baden-Württemberg, das seit 1989 dort
Entwicklungshilfe geleistet hatte, hat zwar nach Aussage des
Wirtschaftsministeriums wegen der angespannten Haushaltslage dafür
kein Geld mehr. Ohne stabilen Frieden in Burundi sei aber auch keine
Zusammenarbeit mehr möglich. Diese Haltung wird von Seiten privater
Hilfsorganisationen kritisiert.

    Unsichere Gegenden, wo die Bevölkerung fliehen muss, und häufige
Schießereien zwischen Regierungssoldaten und Rebellen - so
charakterisiert Irmgard Göttlich, die in der Pfarrei St. Laurentius
Waldstetten ein Hilfsprojekt für Burundi leitet, die Lage in dem
Land. Ein großes Problem seien Waffenlieferungen aus dem Ausland. Es
sei nicht ratsam, bei Dunkelheit das Haus zu verlassen, sagte
Göttlich. Die Schönstädter Missionarinnen, die von Waldstetten
unterstützt werden, bemühten sich um ein Zentrum in der Hauptstadt
Bujumbura, in dem eine Annäherung zwischen den verfeindeten
Volksgruppen der Hutu und der Tutsi gefördert werden solle.

    Die Bundesrepublik Deutschland hat ihre Botschaft in Burundi 2000
aus Kostengründen geschlossen. Das ist nach Auskunft des Auswärtigen
Amtes in Berlin bei einem so kleinen Land nichts Ungewöhnliches. Die
Vertretung wäre aber nach Ansicht des ehemaligen Landtagspräsidenten
Erich Schneider als Anlaufstelle für staatliche Entwicklungshilfe
unabdingbar. Entwicklungszusammenarbeit werde durch einen Referenten
in der deutschen Botschaft in Kenia geleistet, hieß es im Auswärtigen
Amt.

    Schneider hatte 1983 durch einen Empfang seines burundischen
Amtskollegen den Kontakt der beiden Länder begründet. Aber zahlreiche
private Initiativen in Baden-Württemberg versuchen nach den Worten
von Schneider, in Burundi weiter humanitäre Hilfe zu leisten.

    Mehrere katholische Pfarreien in Baden-Württemberg unterstützen
ländliche Projekte oder Missionsgesellschaften oder leisten
humanitäre Hilfe. Das Stadtkrankenhaus Gengenbach liefert Medikamente
in ein Partnerkrankenhaus in der burundischen Stadt Kayanza.
Schneider, der heute Präsident des Christlichen Jugenddorfwerks
Deutschland ist, trägt sich mit dem Gedanken, in Burundi ein
Jugenddorf zu bauen, hauptsächlich um Jugendlichen dort eine
Ausbildung zu ermöglichen.

    Schneider stimmt der Landesregierung zu, dass Entwicklungshilfe
während des Bürgerkriegs schwierig ist. Das Jugenddorf wäre für seine
Organisation derzeit ein Abenteuer. «Ich kann da kein
Selbstmordkommando hinschicken», sagt Schneider. Trotzdem kritisiert
er, dass die Landesregierung den Eindruck erwecke, die Zusammenarbeit
mit Burundi sei endgültig abgeschlossen, und eine formale
Partnerschaft beider Länder bestehe nicht. Das schade den privaten
Initiativen. Ähnliches ist von Hilfsorganisationen zu hören, die
kürzlich im Rahmen der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit zu einem
Ländertreffen Burundi zusammen kamen.

    Das Wirtschaftsministerium nannte die Kritik ein Missverständnis.
Zwar sei es richtig, dass das Entwicklungshilfeprojekt des Landes in
Burundi abgeschlossen und derzeit keine weiteren Projekte in der
Planung seien, sagte ein Sprecher. Das Land habe jedoch darauf
hingewirkt, dass bei der Landesstiftung Baden-Württemberg eine
Themenlinie «Entwicklungszusammenarbeit» für gemeinnützige Projekte
eingerichtet worden sei, an denen sich Kirchen und
Nichtregierungsorganisationen beteiligen können. Von diesen aus
Mitteln der Landesstiftung mitfinanzierten Projekten, etwa im Bereich
Gesundheitsfürsorge, Umweltschutz, Frauenförderung oder
Alphabetisierung, könne gegebenenfalls auch Burundi profitieren,
sagte der Sprecher.




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